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Konzert: Julian Amacker
Thomas Edison tüftelte jahrelang, bis er die Glühbirne erfand. Julian Amacker dagegen setzt bereits mit seinem Debüt-Album erste Lichtpunkte in der Schweizer Musiklandschaft. Da geht ein Singer-Songwriter sorgfältig ans Werk und beobachtet das Leben und die Welt mit analytisch präzisem Blick durch sein Binokular. Was er dabei zu Auge bekommt, gepaart mit seiner eigenen Erfahrung, verdichtet Amacker zu ebenso stimmigen wie eindringlichen Songs. Es entstehen präzise, kritische, aber auch ironische Momentaufnahmen vom Treiben dieses Planeten und seinen Bewohnern. Julian Amackers Musik scheint ruhig und sanft, besitzt jedoch enorme Kraft und Tiefe. Niemals läuft sie Gefahr, bloss als Hintergrundmusik wahrgenommen zu werden. Amackers Stimme kriecht dem Publikum unter die Haut und seine Songs überzeugen ihrer beeindruckender Reife wegen. Da sind keine ausgedienten Klischees, keine schwülstigen Gefühlsergüsse und seine Musik ist ebenso frei von blosser Effekthascherei. Mit überraschender Fülle in der tiefen Stimmlage berichtet Amacker von löchrigen Seelen, toten Worten und entschwundener Gewissheit. Er zeigt Orte auf, wo sich Träume banalisieren, sobald sie endlich fassbar würden. Amacker kennt die lauernden Gefahren genau und riskiert dadurch nie, seine Songs dem Kitsch preiszugeben. Stilsicher manövriert er seine Musik durch die Sorgen, Ängste und Träume eines Mannes, der sein Tun und Handeln lieber einmal zu oft als einmal zu wenig hinterfragt.
26.03.2010 - 20.00 Uhr
@Frau Meise, Baden

